Ein Wort vorab...
von Peter Ogrzall, Vorsitzender des AdB
Die Vielfalt einer modernen Gesellschaft wird von Bürgerinnen und Bürgern geprägt, die ihre individuellen Biografien, ihren kulturellen Hintergrund, aber auch ihre Weltanschauung in einem
konstruktiven und bereichernden Sinne einbringen.
Dieser als Prozess zu verstehende Weg dorthin ebnet sich nicht allein. Schlechte Wegstrecken, Umleitungen und Hindernisse erschweren das Erreichen des ausgewählten Zieles.
Für den Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten stellt diese Aufgabe und die Mitwirkung an einer Gesellschaft der Vielfalt eine besondere Herausforderung dar. Schließlich geht es
um die Gestaltung einer demokratischen Kultur, die auf Ausgleich und gegenseitigen Respekt setzt. Dieser Gestaltungsprozess ist als Bildungsprozess und als
Angebot an alle Bürgerinnen und Bürger zu verstehen.
Der AdB hatte nunmehr die Gelegenheit, diesen Bildungsprozess durch die intensive dreijährige Mitwirkung am Programm „Vielfalt tut gut“ der Bundesregierung durch
sein Projekt „COMMUNIS – Gemeinsam lernen in der politischen Bildung“ mitzugestalten.
Im Juli 2007 startete der AdB das Projekt zusammen mit neun Mitgliedseinrichtungen aus sechs Bundesländern. Die bereits vorhandenen Kompetenzen der Bildungsträger auf dem Gebiet des
interkulturellen Lernens fanden bei der Umsetzung des Projekts Eingang in die vielfältigen Bildungsangebote, die insbesondere für junge Menschen mit und ohne Migrationshintergrund realisiert
werden konnten.
Die Kooperationen mit Schulen erschienen den Projektverantwortlichen von Anfang an als sinnvoll, um insbesondere in den Großstädten eine große Zahl Jugendlicher mit Migrationshintergrund zu
erreichen. Darüber hinaus sollten die bestehenden
und neu geknüpften Kooperationsbeziehungen aber auch zur Verbesserung der interkulturellen Kompetenz von Lehrerinnen und Lehrern genutzt werden, denn in den Schulen finden nun mal die ständigen
und kontinuierlichen Bildungsprozesse
für junge Menschen statt.
COMMUNIS richtete sich mit seinen Bildungsangeboten vor allem an junge Menschen und die pädagogischen Fachkräfte in den kooperierenden
Schulen.
Neben den Lehrkräften und Referendaren sind das in zunehmender Zahl Schulsozialarbeiterinnen und -sozialarbeiter, die eine wichtige Funktion innerhalb des Schulbetriebes zur
Schaffung einer Schule der Vielfalt einnehmen.
Die nun vorliegende Dokumentation soll Ihnen einen Einblick in die mehrjährige Arbeit des Projekts vermitteln und die wesentlichen Ergebnisse und Erfahrungen
aus den mehr als 200 Veranstaltungen präsentieren …